Forderungen

Jetzt aber hoppla! Unsere Forderungen.

"Viel Lärm und wenig konkrete Forderungen."

Andreas Fischer, Rektor der Universität Zürich, über Unsereuni.

Gegen die Ökonomisierung der Bildung.

Wir fordern die inhaltliche Unabhängigkeit der Hochschulen. Privatwirtschaftliche Einflussnahme auf die Inhalte von Forschung und Lehre muss verhindert werden. Damit Bildung dem unbestechlichen und kritischen Denken verpflichtet sein kann, muss ihre Unabhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen unter allen Umständen gewahrt werden.

Wir fordern den sofortigen Stopp der Umsetzung der Lissabon-Strategie und der Bestimmungen des GATS. Gute Wissenschaft erfordert Zeit, Musse, Austausch, Diskussion und Zusammenarbeit. Das GATS und die Lissabon-Strategie setzen das Wettbewerbsprinzip auf allen Ebenen der Hochschulen durch und zerstören damit die Voraussetzungen für fruchtbare und kooperative Wissenschaft.

Wir fordern die UZH dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass in keinen universitären Entscheidungsgremien VertreterInnen der Privatwirtschaft Mitspracherecht haben. Private Unternehmen haben in öffentlichen Bildungsinstitutionen nichts verloren. Sie verpflichten sich nur dem ökonomischen Profit und können zu einer Bildung im Dienste der gesellschaftlichen Emanzipation nichts beitragen.

Mehr Geld für Bildung. Gegen den Kahlschlag im Bildungswesen.

Wir fordern die Abkehr von allen geplanten Sparpaketen für das Bildungswesen und stattdessen die deutliche Erhöhung der Bildungsausgaben. Auf Wirtschaftswachstum pfeifen wir. Wenn etwas wachsen soll, dann das kollektive Reflexionsvermögen. Bei der Bildung zu sparen ist kurzsichtig und verantwortungslos gegenüber den nachfolgenden Generationen.

Wir fordern die grosszügige staatliche Unterstützung von Forschungsprojekten, die einen gesellschaftlichen Nutzen versprechen. Eine Forschung, die der Gesellschaft etwas bringen soll, muss nach ihrem emanzipatorischen Gehalt beurteilt werden und nicht nach ihrer ökonomischen Rentabilität.

Bildung für alle! Gegen die soziale Selektion beim Zugang zur Bildung.

Wir fordern den umfassenden Ausbau der Stipendienprogramme. Wenn Bildung ein öffentliches Gut sein soll, muss sie auch möglichst frei zugänglich sein. Die Wahl des Bildungsweges darf nicht vom sozialen Status abhängig sein.

Wir fordern die Abschaffung der Studiengebühren. Eine angemessene finanzielle Ausstattung der Hochschulen soll dafür sorgen, dass die bisher aus Studiengebühren erbrachten Leistungen nicht eingeschränkt werden.

Wir fordern von allen Fakultäten der UZH die Ermöglichung eines Teilzeitstudiums in allen Studiengängen. Menschen mit Kindern oder einem Nebenjob können kein Vollzeitstudium absolvieren. Ein Teilzeitstudium muss daher in allen Fächern möglich sein.

Für ein selbstbestimmtes Studium. Gegen die Bolognareform.

Wir fordern von allen Fakultäten der UZH:

  1. Flexible Stornier- und Buchungsfristen.
  2. Die Garantie freier Fächerkombinationen.
  3. Die Möglichkeit, mit dem Masterstudium zu beginnen, bevor die Bachelorstufe in allen Fächern erreicht ist.
  4. Die Abschaffung von Prüfungs- und Abgabeterminen während oder kurz nach der Vorlesungszeit.
  5. Die gesicherte Anrechenbarkeit der im Ausland erbrachten Studienleistungen.
  6. Die Einrichtung von Nachholprüfungen in allen Fächern.
  7. Die sofortige Abschaffung der Präsenzkontrollen.

Für echte Selbstbestimmung und demokratische Strukturen an den Hochschulen.

Wir fordern die grundlegende Umgestaltung des Unirats. Der jetzige Unirat kann den Anspruch, dass sich die Uni nach gesellschaftlichen Bedürfnissen ausrichten soll, nicht einlösen.

Wir fordern die vollständige Transparenz in allen Entscheidungsgremien der UZH. Zu demokratischen Strukturen gehört die umfassende Transparenz. Tagesordnungen und Protokolle der universitären Entscheidungsgremien müssen daher öffentlich einsehbar sein.

Wir fordern eine Neugliederung aller Entscheidungsgremien der UZH nach gleichberechtigter Beteiligung aller Stände.

Wir fordern vom Kantonsrat die Einrichtung einer verfassten Studierendenschaft. Echte studentische Mitbestimmung erfordert juristische Handlungsfähigkeit. Der StuRa benötigt daher unbedingt den Status einer Körperschaft.

Gute Arbeitsbedingungen für alle, die an der Universität arbeiten.

Wir fordern von der UZH die Wiedereingliederung aller ausgelagerten Dienstleistungen und den künftigen Verzicht auf weitere Auslagerungen. Die Universität soll ihre soziale Verantwortung gegenüber allen, die in ihren Räumen arbeiten, in vollem Umfang wahrnehmen. Wir sind daher entschieden dagegen, dass die Universität einzelne Dienstleistungen, etwa Reinigungsarbeiten oder die interne Post, an Drittfirmen delegiert.

Wir fordern gute Mindestlöhne, einen umfangreichen Kündigungsschutz sowie Krippengeld für alle an der UZH Beschäftigten.