Verfasst: 11. Apr 2010 - 16:55 Uhr
liebe unsereunizh
unten findet ihr einen entwurf von p. streckeisen für das forum vom 7.
mai, das ja in zürich stattfinden soll. ergänzungen,
änderungsvorschläge, ideen sind willkommen. und vor allem vorschläge
für diskussionsbeiträge eurerseits. wir sammeln in den nächsten tagen
die möglichen beiträge.
bisher haben sich von dozierendenseite u.a. für einen beitrag gemeldet:
- jürg fröhlich, professor für mathematische physik, eth zürich
- claude calame, professeur université de Lausanne, Directeur
d\'Etudes EHESS Paris
- eva hartmann, professorin uni lausanne, institut d\'etudes
politiques et internationales
- sebastian schief, departement sozialarbeit und sozialpolitik, uni fribourg
- tove soiland, historikerin, lehrbeauftragte uni zh
- francesca falk, zhdk
- regula kunz, fh nordwestschweiz für soziale arbeit
- norbert a\'campo, professor mathematik, uni basel
- .........
mit herzlichem gruss
sarah
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FORUM UNI-21
Wie wir uns die Hochschulen des 21. Jahrhunderts vorstellen
Im November und Dezember 2009 haben Studierende an den grössten Unis
der Schweiz Hörsäle besetzt, Aktionen durchgeführt und Forderungen
aufgestellt. Am 20. November 2009 haben 87 Lehrende und Forschende
eine Erklärung zu den Protesten veröffentlicht, in der festgehalten
wird, dass die von der Bewegung unsereuni aufgeworfenen Fragen von
grosser Bedeutung für die Zukunft der schweizerischen Hochschulen sind.
Mit dem Forum Uni-21 wollen wir einen Schritt weitergehen und
gemeinsam eine Diskussion von Studierenden, Lehrenden und Forschenden
über die Zukunft der Hochschulen organisieren, wie wir sie uns
vorstellen und wünschen. Als Personen, die an Universitäten und
Fachhochschulen studieren und arbeiten, wollen wir die zukünftige
Entwicklung weder den Bildungsexperten des Staats und der
Wirtschaftsverbände noch der entstehenden Kaste von Hochschulmanagern
überlassen, die an Einfluss in der Bildungspolitik gewinnen. Es darf
nicht sein, dass jede Kritik und jeder Widerstand aus den Hochschulen
als Ausdruck einer ewiggestrigen Haltung abgetan wird, die der alten
Elfenbeinturmuniversität nachtrauert, wie es das Klischee will. Wir
akzeptieren nicht, dass der bildungspolitische Horizont auf eine Wahl
von Pest oder Cholera reduziert wird: Wir wollen weder die
traditionelle Eliteuniversität mit ihren feudalen Strukturen, noch
gefällt uns die Hochschule als durchkommerzialisiertes
Dienstleistungsunternehmen. Alternativen sind denk- und machbar,
darüber wollen wir uns im Forum Uni-21 verständigen.
Alle im Hochschulbereich studierenden und arbeitenden Menschen sind
herzlich eingeladen, ihre Anliegen, Forderungen und Zukunftsvisionen
einzubringen. Das Forum ist ein offener Prozess, in dem pragmatische
und konkrete Vorschläge ebenso willkommen sind wie auf den ersten
Blick utopisch anmutende Visionen. Wenn es uns gelingt, konkrete
Vorschläge und Zukunftsvisionen zu verbinden, können wir Studierende,
Lehrende und Forschende motivieren, sich für qualitativ hoch stehende,
gesellschaftliche Verantwortung tragende und demokratische Hochschulen
einzusetzen. Wir können sie unterstützen, die Universität oder
Fachhochschule, an der sie studieren oder arbeiten, als ihre eigene
Hochschule zu sehen, die sie mitgestalten wollen. Das macht allerdings
nur Sinn, wenn es möglich wird, wirklich über Alternativen zur
heutigen Hochschulpolitik zu diskutieren und dafür zu kämpfen.
Erster Vorschlag zum Ablauf des Forums (Freitag, 7. Mai, Uni Zürich)
10.30-12.30: Das Forum beginnt mit einem ersten Teil im Plenum.
Begrüssung, drei oder vier einleitende Statements à max. 15 Minuten,
erste Diskussion und Äusserungen zu Sinn und Zweck dieses Forums.
12.30-13.30: Mittagessen und informeller Austausch
13.30-16.30: Mehrere ?Zukunftswerkstätten? finden gleichzeitig statt,
in denen einzelne Ideen und Vorschläge zur Diskussion gestellt und
vertieft werden (offene Liste; weitere Werkstätten können eröffnet
werden, wenn entsprechende Vorschläge kommen):
* Studium/Lehre (kritische Auseinandersetzung mit Bologna)
* Forschung/Forschungspolitik
* Demokratie an den Hochschulen
* Arbeitsbedingungen und Nachwuchsförderung
* Rolle der Universitäten in der Gesellschaft
17.00-18.30 Abschluss des Forums. Vielleicht nochmals ein Referat.
Zusammenfassung der Diskussion in den Werkstätten. Austausch weiteres
Vorgehen: Ist es sinnvoll und möglich, dem Forum Uni-21 eine
dauerhafte Struktur zu geben?
***
Noch eine Idee: Alle, die nicht ans Forum kommen können (sowie auch
diejenigen, die da sein werden), könnten wir ab sofort auffordern, in
Kurztexten von (max. 5 Sätze) ihr Anliegen oder ihre Vision zu
formulieren. So kommt möglicherweise ein reichhaltiges Kaleidoskop von
Ideen zusammen, mit dem wir die Vielfalt der Diskussion über
Alternativen dokumentieren können. Keine Klagemauer, sondern ein
Strauss von Ideen, die wir aufgreifen können, um über die Hochschulen
von morgen zu diskutieren.