Medienmitteilung vom Montag, 23. November 2009
Diskussion mit dem Rektor: Wenig Gehör und ein mageres Angebot
Gestern Montag um 18:00 hat Rektor Fischer an unserem Plenum mit ca. 400 Personen teilgenommen. Wir führten unsere am Freitag begonnene Diskussion fort. Insbesondere drückten wir unseren Unmut über den geplanten Bildungsabbau, die schikanöse Bolognareform und die schleichende Privatisierung der Universität aus. Herr Fischer entgegnete auf praktisch alle Kritikpunkte und Argumente lediglich, er könne bei den angesprochenen Problemen nichts unternehmen, da sie nicht in seine Zuständigkeit fielen. Damit machte er zwei Dinge deutlich: Erstens ist Herr Fischer nicht in der Lage, unsere Vorwürfe inhaltlich zu entkräften. Zweitens zeigt er keinerlei Bereitschaft, uns bei unseren Anliegen in irgendeiner Form zu unterstützen. Das Gespräch über unsere politischen Inhalte entpuppte sich endgültig als Alibiübung, als Herr Fischer zum Schluss ein Statement abgab, in dem er seine Haltung zur Besetzung deutlich machte. Dieses Statement war schon vorab formuliert, es stand für Herrn Fischer also von Anfang an fest, wie er sich positioniert, egal, wie das Gespräch verlaufen würde. In seinem Statement drohte er mit einer Strafanzeige, falls wir die Aktion weiterführen werden und bot uns "auf Zeit" einen kleinen, baracken-ähnlichen Raum für unsere Aktivitäten an. Dieses Angebot trägt unseren Anliegen in keiner Weise Rechnung und stellt den Versuch dar, uns aus dem Rampenlicht zu verdrängen. Der Protest wird damit marginalisiert und zu einem lediglich logistischen Problem erklärt.
Offensichtlich beharrt Herr Fischer auf seiner Position und verpasst damit die Chance, eine Bewegung zu unterstützen, die sich dafür engagiert, dem gesellschaftlichen Auftrag an die Bildung Rechnung zu tragen und die Hochschulbildung vor dem Zugriff von Partikularinteressen zu schützen. Es ist überdeutlich, dass Herr Fischer unsere Anliegen überhaupt nicht ernst nimmt. Wahlweise antwortete er auf unsere Argumente mit Ausflüchten, Bagatellisierungen oder Behauptungen fern jeder Sachkenntnis. Auf unsere Aussage beispielsweise, das Reinigungspersonal arbeite an der Uni teilweise zu siebzehn Franken, antwortete er, auch das sei ein anständiger Lohn, und wir Studenten seien eingeladen, mitzuputzen. Derlei Aussagen sind an Zynismus kaum mehr zu überbieten.
Mit der Empfehlung, wir sollen uns doch im StuRa und anderen Studierendenvertretungen engagieren, versucht Herr Fischer, die Energie unserer Bewegung in der Illusion einer studentischen Mitbestimmung zu domestizieren. Solange diese Mitbestimmung aber nur dem Namen nach existiert und alle studentischen Institutionen rein dekorativen Charakter besitzen, stellt unsere jetzige Aktionsform für uns den einzigen gangbaren Weg dar.
Egal wie wir uns entscheiden: Grosse Demonstration am Freitag, 27. 11. 2009 um 17:00 in Zürich!
Gerne stehen wir für weitere Informationen zur Verfügung und laden Sie an unsere Uni ein:
Hauptgebäude der Universität Zürich, Raum KOH B10
http://www.unsereuni.ch/category/zurich/
Medientelefon: +41(0)79 907 51 14
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