Communiqué zu Frau Aepplis Sinneswandlungen
Medienmitteilung vom 21. Januar 2010
Liebe Medienschaffende,
Heute Morgen hat die Universitätsleitung den HIM-Pavillon, den selbstorganisierten Treffpunkt der studentischen Bewegung, unangekündigt gesperrt. Die mediale Aufmerksamkeit, der breite öffentliche Zuspruch, die Unterstützung von Studierenden und Dozierenden, die europaweite Vernetzung unserer Bewegung – all dies liess die Universitätsleitung unbeeindruckt. Mit ihrem harschen Vorgehen signalisiert sie nicht nur Skrupellosigkeit und völlige Gleichgültigkeit gegenüber den studentischen Anliegen, sondern auch den kompletten Unwillen, ernsthaft etwas gegen die bildungspolitische Misere zu unternehmen, die in den letzten Monaten nicht nur von den Studierenden beklagt, sondern auch in einer lang anhaltenden öffentlichen Debatte immer wieder angeprangert wurde.
Die Schliessung des Pavillons erfolgte völlig unvermittelt; die Verhandlungen über die Raumfrage waren erst am Anfang. Die Behauptung, der Zweck der Nutzung des Pavillons sei mit der Fertigstellung des Forderungskatalogs erfüllt, entspricht in keiner Weise den getroffenen Abmachungen: Der Raum wurde uns unter der Auflage zur Verfügung gestellt, dass wir ihn auch nutzen für unsere politische Arbeit. Und diese Arbeit war mit der Überreichung des Forderungskatalogs keineswegs zu Ende, wir organisierten Workshops, Referate, Lesezirkel und vieles andere mehr. Es war überdeutlich, dass der Pavillon für unsere breit abgestützte Bewegung dringend benötigt wird, und ausserdem auch für die Univerwaltung eine unkomplizierte Lösung darstellt, mit der sich unnötige Konfrontationen vermeiden lassen.
Während in ganz Europa die Studierendenbewegungen mit harter Repression zerschlagen werden, fahren die universitären Verwaltungen ungerührt in ihrer politischen Agenda fort: Just heute Donnerstag bringt sich Rektor Andreas Fischer an der Schweizerischen Rektorenkonferenz ein. Die Tagesordnung dieser Sitzung ist streng geheim. Doch worum es gehen wird, ist ohnehin klar: Die Hochschulen werden weiter auf eine besinnungslose "Wettbewerbsfähigkeit" getrimmt, die schikanöse Bolognareform wird, ungeachtet aller erbitterten Proteste, weiter durchgepeitscht.
Wir sind enttäuscht darüber, wie die universitären EntscheidungsträgerInnen die Studierendenproteste in ganz Europa schlicht ignorieren oder mit unverbindlichen Zusagen abspeisen, um dann mit dem neoliberalen Umbau der Hochschulen wie geplant fortzufahren.
Unsereuni
Offener Brief 20.01.2010
Liebe Medienschaffende, lieber Rektor
Am 17. November 2009 besetzten über 400 Studierende den grössten Hörsaal der Universität Zürich. Im Zuge dieser Besetzung bildeten wir die Bewegung Unsereuni, um gemeinsam gegen die Ökonomisierung der Bildung, den Kahlschlag im Bildungswesen und die Elitarisierung der Universität zu protestieren. Die Unileitung versprach, unsere Forderungen ernst zu nehmen und stellte uns für die Weiterführung unserer Arbeit den Pavillon HIM zur Verfügung, mit der Auflage, dass dieser Raum auch wirklich für eine intensive politische Arbeit genutzt wird.
Diese Arbeit führen wir noch immer engagiert und erfolgreich fort. Unser Veranstaltungskalender ist bis Ende März belegt. Wir organisieren Seminare, Kolloquien, Lesezirkel und rege besuchte Vollversammlungen. In Arbeitsgruppen vertiefen wir unsere politische Arbeit und entwickeln unsere Forderungen weiter. Zudem hat sich ein offener und selbstbestimmter Raum entwickelt, in dem sich alle Interessierten an kritischen Diskussionen beteiligen und alternative Lern- und Lehrformen erproben können. Kurz, der Pavillon bietet die Möglichkeit, die vielfältigen Anliegen, die sich während der Unibesetzung artikuliert haben, auszuformulieren und für eine kontinuierliche politische Auseinandersetzung zu festigen.
Vor dem Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung irritiert uns der Beschluss der Unileitung sehr, uns den Pavillon HIM nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Der Vorschlag, wir sollen uns stattdessen im Rahmen der bestehenden Strukturen studentischer Mitbestimmung betätigen, verkennt völlig die Tragweite und den dynamischen Charakter unserer Bewegung. Viele von uns haben bereits eingehende Erfahrungen mit den integrierten studentischen Einrichtungen gemacht, und sind von deren äusserst beschränkten Handlungsmöglichkeiten vollständig ernüchtert. Gerade deshalb engagieren wir uns ja für neue Formen der Mitbestimmung. Wir meinen, dass der Pavillon der Bewegung einen Rahmen gibt, in dem ihr offener und lebhafter Charakter gewahrt wird und dennoch konfrontative Situationen vermieden werden können. Trotz der unkonventionellen Struktur von Unsereuni bleibt ihre organisatorische Verlässlichkeit jederzeit gewährleistet: Die Kommunikation mit dem Rektorat verlief stets reibungslos und für beide Seiten zufriedenstellend, und es gab bisher keinerlei Beschwerden über die Nutzung des Pavillons.
Es besteht also auch aus administrativer Sicht keinerlei Anlass, dieses Projekt zu beenden. Sollte die Unileitung dies anders sehen, ist sie selbstverständlich eingeladen, allfällige Probleme an einer unserer Vollversammlungen einzubringen, es wird sich gewiss eine gute Lösung finden. Im Vorgehen der Unileitung erkennen wir den Versuch, unsere Kampagne möglichst sang und klanglos abzuklemmen. Dies ist völlig unangemessen; wir stehen erst am Anfang einer überfälligen breiten Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Problemen, welche ein Engagement von allen erfordert, die in den universitären Prozess eingebunden sind. Unsereuni muss als Repräsentantin der studentischen Unzufriedenheit bei allen kommenden Gesprächen handlungsfähig bleiben und ernst genommen werden. Dafür ist es unabdingbar, dass wir über die dafür notwendige Infrastruktur weiterhin verfügen können. Wir erhoffen uns für die weitere politische Zusammenarbeit auch von der Universitätsleitung ein initiatives Vorgehen, welches über blosse Lippenbekenntnisse hinausgeht. Die breite Unterstützung, die wir auch von Seiten der Dozierenden erfahren haben, macht deutlich, dass unsere Anliegen keine rein studentischen sind und eine tiefgreifende Veränderung auf allen universitären Ebenen unbedingt wünschenswert ist. Gerne nutzen wir den Pavillon HIM weiter und hoffen, dass die Universitätsleitung uns dabei unterstützt.
Mit freundlichen Grüssen
Unsereuni
Medienmitteilung vom 18. Januar 2010
Vollversammlung – Gespräch mit dem Rektor – Nutzung des HIM-Pavillons
unsereuni hat der Universitätsleitung am Donnerstag einen konkretisierten Forderungskatalog übersandt und den Rektor zum Gespräch eingeladen. Die Universitätsleitung hatte uns mitgeteilt, dass damit die Duldung der Protestbewegung im HIM-Pavillon ein Ende habe. unsereuni legte im Gegenzug dar, dass wir den Raum für eine grosse Zahl laufender und anstehender Aktivitäten benötigen. Der Pavillon ist als studentischer Raum betrieben, der an der Uni Zürich not tut. Die Universitätsleitung besteht dennoch auf der Freigabe. Deshalb findet am Dienstag 19.01.2010 um 19:00 Uhr im Pavillon eine Vollversammlung statt. Die Protestbewegung entscheidet über das Schicksal des HIM-Pavillons und die zukünftige Form von unsereuni.
unsereuni hat Rektor Fischer zum Gespräch in den Pavillon eingeladen, das Regierungsrätin Regine Aeppli an der Demo vom 2. Dezember versprochen hatte. Der letzte Versuch im freigegebenen Hörsaal KOH B10 war von beiden Seiten als unbefriedigend erklärt worden. Als nicht verplante Termine sind vorgeschlagen: 25. Februar 15:00-18:00 Uhr; 1. März ab 16:00 Uhr; 2. März 15:00-18:00 Uhr; 4. März ab 16:00 Uhr; 5. März ab 16:00 Uhr.
unsereuni führt bis März eine Fülle von Veranstaltungen und Seminaren durch. Für April ist eine Diskussionsreihe in Planung, in der die konkreten Probleme in einzelnen Fakultäten und Instituten mit allen Betroffenen - vom Dekan bis zur Studierenden - analysiert werden. Das stellt einen entscheidenden Beitrag zur inhaltlichen Debatte und zur Veränderung der Hochschulverhältnisse dar. Parallel zu den Bildungsaktivitäten findet weiterhin der studentische Kulturbetrieb statt. Zusammen mit den organisatorischen Tätigkeiten der Arbeitsgruppen und Plena führt das zur permanenten Auslastung des Pavillons. Die Selbstorganisation der Studierenden ist ein zentrales Anliegen. Sie ermöglicht es, aktiv an der Kultivierung einer überfälligen Debatte der Hochschulbildung zu arbeiten und gleichzeitig konkrete Veränderungen des universitären Betriebs durchzusetzen und zu begleiten.
Medienmitteilung zur Räumung der autonomen Schule
Medienmitteilung zu Räumung der autonomen Schule vom 7. Januar 2010
Mit Entsetzen mussten wir heute erfahren, dass die Autonome Schule geräumt wurde. Die Autonome Schule hat wie unsereuni einen Raum für eine freie Bildung für alle geschaffen. Sie hat sich zu diesem Zweck in einer ehemaligen Schule im Allenmoos eingerichtet. Diese Schule wurde heute ohne Vorankündigung geräumt. Viel Schulmaterial und aufgebaute Infrastruktur sind verloren gegangen und die Räume wurden unzugänglich gemacht. Die Räumung steht, was die Dimensionen des Polizeiaufgebotes und das Ausmass der Vernichtung von Material angeht, in keinem finanziellen oder politischen Verhältnis zu den minimen Kosten, die eine Duldung der ASZ bedeutet hätten. Auch bedeutet sie einen direkten Angriff auf das soziale und unentgeltliche Engagement von Schweizern und Nichtschweizern, Asylsuchenden und Gästen in unserer Stadt den Aufenthalt zu erleichtern und sie bei ihrer Integration zu unterstützen. Wir solidarisieren uns mit der Autonomen Schule und bieten ihnen Asyl und Raum für Aktivitäten wie beispielsweise kostenlosen Deutschunterricht!
unsereuni
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Ausführliche Medienmitteilung der ASZ & des Vereins Bildung für Alle mit Stellungnahme zu den Hintergründen & der Vorgeschichte:
Massiver Polizeieinsatz gegen autonome Bildungsinitiative
Medienmitteilung vom 16.12.09 zum Kantonsratentscheid bezüglich der Studiengebühren
Die Studiengebühren an der Uni Zürich werden nicht verdoppelt. Gleichzeitig werden aber die Studiengebühren an den Fachhochschulen erhöht, FachhochschülerInnen werden somit finanziell diskriminiert. Will der Kantonsrat Unistudierende gegen FachhochschülerInnen ausspielen?
Wir verstehen nicht, weshalb die Argumente, die den Kantonsrat zur Nichterhöhung der Studiengebühren erwog, nicht auch für FachhochschülerInnen gelten sollen. Auch hier ist ein freier Zugang zur Bildung unabhängig vom Portemonnaie wichtig. Auch hier ist eine soziale Selektion ungerechtfertigt. Auch hier werden die Studierenden in andere Kantone abwandern, da die Studiengebührenerhöhung in einem fragwürdigen Alleingang des Kantons Zürich geschieht. Dies ist besonders heikel, da der Kanton Zürich Entschädigungen für in andere Kantone abwandernde Studierende zahlen muss. Somit wird die ursprüngliche Absicht - zu sparen - ad absurdum geführt. Der Rektor der PHZ, Walter Bircher, rechnet (Tages-Anzeiger-Interview 27.11.2009) vor, dass die PHZ mit jedem Studierenden der nicht mehr an der PHZ studieren wird, 25'000 Franken an Bundesgeldern pro Jahr verliert.
Die Haltung von der CVP und den Grünliberalen, welche für eine Verdoppelung der Gebühren an den Fachhochschulen gestimmt haben, ist absolut unverständlich.
Der oft propagierte Wille der Bürgerlichen, die LehrabgängerInnen zu unterstützen und sie in ihren Möglichkeiten im Vergleich zu den MaturandInnen zu stärken, ist somit grundsätzlich anzuzweifeln. Dies ist ein direkter Angriff auf das duale Bildungssystem.
Der eingeschlagene Weg von unsereuni erweist sich als richtig
Der bisherige Kampf in verschiedenen Formen erweist sich als richtig, da wir von unsereuni genügend Druck aufgebaut haben um diesen einen Teil unserer Forderungen, die Studiengebühren respektive deren Erhöhung im Besonderen zu bekämpfen.
Gemeinsam mit allen Lehrlingen, Fachhoch-, Berufs-, Kantons- und GewerbsschülerInnen kämpfen wir für einen garantierten gleichberechtigten Zugang aller sozialen Schichten zur individuell angestrebten Bildung. Wir werden diesen Kampf weiterhin auf einer breiten Ebene führen und unseren Forderungen Nachdruck verleihen.
- Gegen die Ökonomisierung der Bildung und die Privatisierung der Universitäten.
- Mehr Geld für Bildung. Gegen den Kahlschlag im Bildungswesen.
- Bildung für alle! Gegen die soziale Selektion beim Zugang zur Bildung.
- Für ein selbstbestimmtes und interessengeleitetes Studium
- Für echte Selbstbestimmung und demokratische Strukturen an den Hochschulen.
- Gute Arbeitsbedingungen für alle, die an der Universität arbeiten.
Die ausgeführten Forderungen sind auf unserer Homepage www.unserunizh.ch ersichtlich.
Unsereuni, VertreterInnen der ZHaW, VertreterInnen der ZHdK
Mediencommunique vom 12.12.09 zur Demo vom 12.12.09
Heute fand die Demo gegen die geplante Studiengebührenerhöhung statt. Gegen 2000 Leute beteiligten sich an der Kundgebung. Auch wir von unsereuni beteiligten uns mit vielen Leuten, Transparenten und einem eigenen Soundwagen. Symbolisch deponierten wir während der Demo ein aus Studiengebühren finanziertes Steuergeschenk vor dem Rathaus. Damit wollten wir darauf aufmerksam machen, dass die leeren Kassen des Kantons kein Zufall sind, sondern auf die Begünstigung der Reichen in Form von Steuererleichterungen zurückzuführen sind. Nach dem offiziellen Schluss der Demo, der die Stadtpolizei eine viel zu kurze Route
bewilligt hatte, zogen noch einige Hundert Leute zum Paradeplatz. Dort deponierten wir vor der UBS eine Finanzspritze, um zu zeigen, wofür der Staat übertrieben viel Geld übrig hat. Während die UBS munter weiter wirtschaftet, wie vor der Finanzkrise, bezahlt sie nun kaum noch Steuern und dem Kanton fehlt somit das Geld für die Bildung. Im Anschluss an die Aktion hatten wir zu einem "Lobby-Apéro" in unseren Pavillon geladen. Auf dem Weg zur Uni wurden unsere Leute von Einheiten der Stadtpolizei schikaniert und provoziert. Aus unklaren Gründen versperrten sie uns mit Gummischrotgewehren im Anschlag den Weg. Wir protestieren energisch gegen diesen Kriminalisierungsversuch.
Wir werten die Demonstration als vollen Erfolg. Trotz eisiger Temperatur und dem akutem Prüfungsstress am Semesterende fanden sich gegen 2000 Leute aus Uni, Fachhochschulen, Gymnasien usw. ein, um gegen die Erhöhung der Studiengebühren zu protestieren. Das zeigt, dass die Bewegung, die mit der Besetzung an der Uni Zürich einen vorläufigen Höhepunkt erlebt hatte, weiter geht. Die Beteiligung von Studierenden aus anderen Städten, wie Basel und Bern zeigt, dass die schweizweite Vernetzung funktioniert.
Zudem werten wir es auch als Erfolg, dass nicht "nur" die Erhöhung der Studiengebühren thematisiert wurde, sondern auch darüber hinaus die aktuellen Entwicklungen im Bildungswesen kritisiert wurden. In Reden und auf Transparenten wurde die Ökonomisierung der Bildung allgemein und konkret die Bolognareform verurteilt.
Schliesslich fordern wir den Kantonsrat nochmals mit Nachdruck auf die Anliegen der Studierenden zu hören und auf die Studiengebührenerhöhung zu verzichten!
unsereuni
Medienmitteilung vom 11.12.09 zur Demo vom 12.12.09
Am Samstag dem 12.12.2009 findet eine Demo gegen die Erhöhung von Studiengebühren statt. Besammlungsort ist um 14.00 Uhr beim Landesmuseum. Zur Demo Aufgerufen haben sämtliche offizielle Studierendenschaften und unsereunis. Unsereuni kritisiert nicht nur die geplante Studiengebührenerhöhung, sondern wir kritisieren auch die Bologna-Reform und die Ökonomisierung von Bildung.
Wir sind für
- echte Selbstbestimmung und demokratische Strukturen an den Hochschulen!
- ein selbstbestimmtes und interessengeleitetes Studium!
- mehr Geld für die Bildung statt Sparpakete für die Bonzen!
- Bildung für alle, ohne soziale Selektion beim Zugang zur Bildung!
- gute Arbeitsbedingungen für alle, die an der Universität arbeiten!
Während der Demo wird ständig jemand unter dem Medientelefon 079 / 907 51 14 erreichbar sein. Ebenfalls werden nach der Demo im Pavillon beim Apéro noch Fragen beantwortet. Dieser Mitteilung ist unser Flyer der Demo angehängt. In den nächsten Tagen werden ausserdem folgende Anlässe durchgeführt:
- Sonntag 13.12.09, 20 Uhr, HIM Pavillon: Konzert von Moe&Shing, Berner Mundard-Chansons
- Mittwoch 16.12.09 16.15 Uhr, HIM Pavillon: Besuch von Peter-Ulrich Merz-Benz, Professor an den Instituten für Soziologie und Philosophie an der Universität Zürich. Thema: "Braucht es soziologische Bildung?"
- 18.00 Uhr Sihlquai 125, Raum 201: Unruhe in der edu-factory, Translokale Proteste, Besetzungen und Streiks an den Universitäten und Kunsthochschulen, Eine Veranstaltung der Vertiefungen Mediale Künste und Theorie der ZHdK (Department Kunst und Medien)
- 18.30 Uhr, HIM Pavillon: Plenum oder Diskussion zum Vortrag von Merz-Benz in der DenkBar.
unsereuni
Medientelefon: 079 / 907 51 14
E-Mail Kontakt: zuerich@unsereuni.ch
Medienmitteilung zum Umzug
Für vergangenen Freitag haben wir zu einer Demonstration aufgerufen, um unseren Forderungen nach einer kritischen Bildung frei von privatwirtschaftlicher Einflussnahme Nachdruck zu verleihen. Dem Aufruf folgten gegen 800 Personen, die in einem kraftvollen Umzug vor das Rathaus und die Finanz- und Bildungsdirektion marschierten, um dort gegen den Bildungsabbau und die Elitarisierung der Hochschulen zu protestieren. Die Aktion war ein durchschlagender Erfolg. Auch die beinahe zweiwöchige Besetzung des grössten Hörsaals der Uni Zürich betrachten wir als einen überwältigenden Erfolg. Die Beteiligung unzähliger Studierender, die regen Debatten und die grosse öffentliche Wirkung haben gezeigt, wie dringend nötig eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Problemen war. Die Aktion hat – nicht nur innerhalb der Uni – den Anstoss gegeben für eine breite Diskussion über die Vermarktung des Wissens und die gesellschaftliche Notwendigkeit einer kritischen Bildung. Es ist wichtig, dass diese Diskussion weiter geht und an Tiefe gewinnen kann. Bildung ist viel zu wichtig, als dass wir sie zur Ware verkümmern lassen dürfen. Bildung darf unter keinen Umständen zu einem knappen Gut in den Händen weniger verkommen, sie ist ein öffentliches Anliegen. Dafür setzen wir uns ein, und dafür werden wir uns weiter mit aller Kraft einsetzen! An unserer neuen Adresse, dem HIM-Pavillon, geht unser Engagement weiter. Wir freuen uns, dass uns die Unileitung mit ihrer Vermittlung dieses Raumes dabei unterstützt. Wir werden weiter mit der Unileitung sowie dem Kantons- und Regierungsrat verhandeln, um den Dialog auch auf der inhaltlichen Ebene aufrechtzuerhalten. So gelingt es uns hoffentlich, das geplante Sparpaket und die Erhöhung der Studiengebühren abzuwenden. Wir freuen uns, dass Rektor Andreas Fischer und Regierungsrätin Regine Aeppli uns dabei ihre Unterstützung zugesichert haben. Doch auch jenseits der Zusammenarbeit mit politischen EntscheidungsträgerInnen werden wir unsere Kämpfe fortsetzen und uns für eine bewegte und tiefgreifende Debatte einsetzen. Es gilt auch, kritische und emanzipatorische Bildung im Austausch mit Studierenden sowie auch den Menschen ausserhalb des universitären Betriebs zu erproben und in die Tat umzusetzen. In diesem Sinne sind auch weiterhin alle eingeladen, sich an unseren Debatten und Aktionen zu beteiligen. Wir solidarisieren uns mit den unipolitischen Bewegungen, die immer noch unermüdlich in der ganzen Welt Universitäten besetzen und so den Druck gegen die verheerende Privatisierung der Hochschulen aufrecht erhalten.
Auf unserer Homepage finden alle Interessierten Näheres über unsere Bewegung und unsere politischen Inhalte.
Universität Zürich, Gebäude HIM unterhalb Polyterrasse
Medienmitteilung zur Demo u.a.
Erfolgreiche Demonstration
Am Freitag 27.11.09 demonstrierten trotz schlecht Witterung rund 500 Menschen in Zürich unter dem Motto: "Education is not for sale!". Nach 17.00 setzte sich die Versammlung vor der Universität in Bewegung Richtung Bellevue, weiter zum Rathaus, wo einige Reden gehalten wurden und zog sich bis zum Wachteltor, wo sich die Bildungs- und Finanzdirektion befindet.
Die Demonstration verlief friedlich.
Erklärung der Lehrenden und Forschenden: über 200 Unterschriften!
"Aufgrund unserer Erfahrungen in Forschung und Lehre sind wir überzeugt, dass die von den Studierenden aufgeworfenen Fragen von grosser Bedeutung für die Zukunft der Hochschulen sind. Wir wissen zudem, dass auch unter den Forschenden und Dozierenden viel Unmut und Kritik an den gegenwärtigen Entwicklungen im Hochschulbereich verbreitet ist. Der mit der Verschulung des Studiums gestiegene Betreuungs-/Kontrollaufwand, die mit der forcierten Drittmittelorientierung verbundene Gefahr des Verlusts an kritisch-unabhängiger Forschung oder die in Managerdiskurse gehüllte Bürokratisierung der organisatorischen Strukturen der Hochschulen führen zu einer schleichenden Verschlechterung der Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Lehr- und Forschungspersonals." (Link: http://www.unsereuni.ch/erklarung-der-lehrenden-und-forschenden/)
Weiter fordert die Erklärung die Hochschulverantwortlichen und die bildungspolitischen Behörden auf den Protest ernst zu nehmen und " die Bedingungen für eine breite öffentliche Diskussion zu schaffen". Bisher unbeteiligte Lehrende und Forschende werden aufgefordert sich in die Diskussion einzubringen. Wir, als protestierenden Studenten werden ermuntert, uns "durch ignorante oder arrogante Reaktionen nicht entmutigen zu lassen", den Dialog zu Forschenden und Dozierenden zu suchen und "auch an die Menschen zu denken, die keinen Zugang zu Hochschulbildung haben."
Unsere Uni Zürich begrüsst diese Erklärung und fühlt sich durch die Tatsache, dass über 200 Forschende und Lehrende diese unterzeichnet haben, ermutig.
Internationales Plenum in München
Vom 27-29.11.2009 findet in München das Internationale Plenum for Better Education satt.
"Ziel des Plenums ist es, einen gesamteuropäischen Forderungskatalog zu erarbeiten und Erfahrungen zum bisherigen Verlauf des Bildungsstreiks auszutauschen. Initiiert wurde das Treffen von den grössten deutschen Universitäten und dem Startpunkt der europaweiten Bildungsdemonstrationen im Herbst 2009, der Universität Wien. Es werden Teilnehmer aus Frankreich, Serbien, Slowenien, Österreich, Kroatien, aus ganz Deutschland uvm. erwartet. Eine Videokonferenz nach Berkeley ist geplant."
Unsere Uni Zürich ist auch vertreten.
Medienmitteilung zur Demo vom 27.11.09
Erfolgreiche Demonstration
Am Freitag 27.11.09 demonstrierten trotz schlecht Witterung rund 500 Menschen in Zürich unter dem Motto: "Education is not for sale!". Nach 17.00 setzte sich die Versammlung vor der Universität in Bewegung Richtung Bellevue, weiter zum Rathaus, wo einige Reden gehalten wurden und zog sich bis zum Wachteltor, wo sich die Bildungs- und Finanzdirektion befindet.
Die Demonstration verlief friedlich.
Erklärung der Lehrenden und Forschenden: über 200 Unterschriften!
"Aufgrund unserer Erfahrungen in Forschung und Lehre sind wir überzeugt, dass die von den Studierenden aufgeworfenen Fragen von grosser Bedeutung für die Zukunft der Hochschulen sind. Wir wissen zudem, dass auch unter den Forschenden und Dozierenden viel Unmut und Kritik an den gegenwärtigen Entwicklungen im Hochschulbereich verbreitet ist. Der mit der Verschulung des Studiums gestiegene Betreuungs-/Kontrollaufwand, die mit der forcierten Drittmittelorientierung verbundene Gefahr des Verlusts an kritisch-unabhängiger Forschung oder die in Managerdiskurse gehüllte Bürokratisierung der organisatorischen Strukturen der Hochschulen führen zu einer schleichenden Verschlechterung der Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Lehr- und Forschungspersonals." (Link: http://www.unsereuni.ch/erklarung-der-lehrenden-und-forschenden/)
Weiter fordert die Erklärung die Hochschulverantwortlichen und die bildungspolitischen Behörden auf den Protest ernst zu nehmen und " die Bedingungen für eine breite öffentliche Diskussion zu schaffen". Bisher unbeteiligte Lehrende und Forschende werden aufgefordert sich in die Diskussion einzubringen. Wir, als protestierenden Studenten werden ermuntert, uns "durch ignorante oder arrogante Reaktionen nicht entmutigen zu lassen", den Dialog zu Forschenden und Dozierenden zu suchen und "auch an die Menschen zu denken, die keinen Zugang zu Hochschulbildung haben."
Unsere Uni Zürich begrüsst diese Erklärung und fühlt sich durch die Tatsache, dass über 200 Forschende und Lehrende diese unterzeichnet haben, ermutig.
Internationales Plenum in München
Vom 27-29.11.2009 findet in München das Internationale Plenum for Better Education satt.
"Ziel des Plenums ist es, einen gesamteuropäischen Forderungskatalog zu erarbeiten und Erfahrungen zum bisherigen Verlauf des Bildungsstreiks auszutauschen. Initiiert wurde das Treffen von den grössten deutschen Universitäten und dem Startpunkt der europaweiten Bildungsdemonstrationen im Herbst 2009, der Universität Wien. Es werden Teilnehmer aus Frankreich, Serbien, Slowenien, Österreich, Kroatien, aus ganz Deutschland uvm. erwartet. Eine Videokonferenz nach Berkeley ist geplant."
Unsere Uni Zürich ist auch vertreten.
Demoaufruf: "Education is not for sale!"
Demoaufruf: "Education is not for sale!"
25. November 2009
Demoaufruf: "Education is not for sale!" Freitag, 27. November//17h
Haupteingang Uni Züri
UnserUni ruft Alle zu der Demonstration vom Freitag, 27. November auf. Wir
zeigen der Bildungs- und Finanzdirektion Zürich, dass wir mit ihrem
Sparpaket nicht einverstanden sind. Wir lassen uns diese Bildungspolitik
nicht gefallen!
Unser Protest gegen den Ausverkauf der Bildung ist alles andere als aus der
Luft gegriffen, wie sich im TagesAnzeiger von heute, 25. November,
bestätigt:
"Wie Recherchen des TagesAnzeigers ergaben, haben sich SVP, FDP, CVP und
Grünliberale darauf geeinigt, die Studiengebühren an der Universität und
an den Fachhochschulen zu verdoppeln."
Die Debatte über Bologna, über die gesellschaftliche Rolle der Bildung,
über die Privatisierung der Hochschulen ist längst überfällig. Wir
zeigen: Wenn ihr bei uns kürzt, zieht ihr den Kürzeren!
Lehrlinge, FachhochschülerInnen, StudentInnen, PrimarschülerInnen,
KindergärtnerInnen, DozentInnen und LehrerInnen, und auch du – kommt
Alle!
Wir treffen uns um 17h beim Haupteingang der Universität Zürich.
Offener Brief an Rektor Fischer
Lieber Herr Rektor Fischer, liebe Angehörige der Universität Zürich, liebe Interessierte.
Seit dem weltweiten Aktionstag am Dienstag, den 17.11.2009 halten wir den Hörsaal KOH-B-10 im Hauptgebäude der Uni besetzt. Mit dieser Aktion wollen wir die längst überfällige Diskussion um die gesellschaftliche Rolle der Bildung, die Privatisierung der Universitäten und die immer schärfere soziale Selektion beim Zugang zur Hochschulbildung in Gang bringen. In Kürze werden wir ein umfangreiches Positionspapier veröffentlichen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Gestern Montag hat Rektor Fischer an unserem Plenum mit ca. 400 Personen teilgenommen. Wir führten unsere am Freitag begonnene Diskussion fort. Insbesondere drückten wir unseren Unmut über den geplanten Bildungsabbau, die schikanösen Studienbedingungen und die schleichende Privatisierung der Universitäten aus. Wir baten Herrn Fischer, sich für diese studentischen Anliegen einzusetzen. Herr Fischer indessen entgegnete auf praktisch alle Kritikpunkte und Argumente lediglich, er könne bei den angesprochenen Problemen nichts unternehmen, da sie nicht in seine Zuständigkeit fielen. Gewiss ist Herr Fischer nicht in der Position, die Dinge einfach so zum Besseren zu wenden. Wir meinen aber, sein Posten verleihe seinem Wort in bildungspolitischen Debatten ein sehr grosses Gewicht. Wenn er sich beispielsweise prominent gegen den geplanten Bildungsabbau äussern würde, bliebe eine Wirkung bestimmt nicht aus. Wenn er also jede Verantwortung von sich weist, signalisiert er damit deutlich, dass er gar nicht bereit ist, uns bei unseren Anliegen in irgend einer Form zu unterstützen. Damit verpasst er die Chance, sich für eine Bewegung einzusetzen, die sich dafür engagiert, dem gesellschaftlichen Auftrag an die Bildung Rechnung zu tragen und die Hochschulbildung vor dem Zugriff von ökonomischen Partikularinteressen zu schützen. Selbstverständlich hat Herr Fischer noch immer die Möglichkeit, diese Chance und damit seine bildungspolitische Verantwortung wahrzunehmen. Wir schlagen daher vor, dass Herr Fischer gemeinsam mit uns einen offenen Brief an den Kantonsrat unterzeichnet, in dem wir uns gegen das geplante Sparpaket einsetzen. Zusätzlich wäre es möglich, dass Herr Fischer uns bei einem Gespräch mit den Umsetzungsverantwortlichen für die Bolognareform in allen Fakultäten unterstützt. Bei denjenigen Fragen, die klar nicht in der Kompetenz des Rektors sind, könnte er dank seiner einflussreichen Position bestimmt Gespräche mit den verantwortlichen Personen vermitteln, beispielsweise mit der Bildungsdirektorin Regine Aeppli oder mit der Vorsteherin der kantonalen Finanzdirektion, Ursula Gut.
Auf jeden Fall aber ist der Sache in keiner Weise gedient, wenn wir auf das rein logistische Angebot des Rektors eingehen und den kleinen, barackenähnlichen Raum abseits allen politischen Geschehens beziehen. Unser Problem ist nicht in erster Linie, dass wir nicht genügend Raum haben, um über unsere Anliegen zu diskutieren. Unser Problem ist, dass wir die unabhängige und kritische Lehre und Forschung in Gefahr sehen und eine immer weiter sich verschärfende Elitarisierung der Hochschulen befürchten. Diese Probleme müssen dringend auf breiter akademischer und gesellschaftlicher Basis diskutiert werden. In dem kleinen Räumlein, das Herr Fischer uns anbietet, können wir dazu nichts beitragen.
Selbstverständlich sind wir in einer längerfristigen Perspektive durchaus an einem Raum interessiert, der durchgängig für studentische Initiativen zur Verfügung steht. Ein solcher Raum müsste aber für Plenumsdiskussionen geeignet sein und daher mehr Platz bieten als der vorgeschlagene Raum. Wir geben zu bedenken, dass an unseren Plena bisweilen mehrere hundert Personen teilnehmen. Wenn nun aber diese Kampagne allein auf der logistischen Ebene verhandelt wird, droht ihr politischer Gehalt marginalisiert zu werden. Daher muss zuerst eine politische und inhaltliche Zusammenarbeit im obigen Sinne diskutiert werden, bevor wir auf Raumangebote eingehen können. Wir freuen uns auf eine fruchtbare Weiterführung der Diskussionen.
Freundliche Grüsse
Unsereuni
Medienmitteilung vom Dienstag, 24. November 2009
Liebe Medienschaffende Anbei der offene Brief von heute Abend. Freundliche Grüsse, unsereuni
Offener Brief an Rektor Fischer
Lieber Herr Rektor Fischer, liebe Angehörige der Universität Zürich, liebe Interessierte.
Seit dem weltweiten Aktionstag am Dienstag, den 17.11.2009 halten wir den Hörsaal KOH-B-10 im
Hauptgebäude der Uni besetzt. Mit dieser Aktion wollen wir die längst überfällige Diskussion um
die gesellschaftliche Rolle der Bildung, die Privatisierung der Universitäten und die immer schärfe-
re soziale Selektion beim Zugang zur Hochschulbildung in Gang bringen. In Kürze werden wir ein
umfangreiches Positionspapier veröffentlichen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Gestern Montag hat Rektor Fischer an unserem Plenum mit ca. 400 Personen teilgenommen. Wir
führten unsere am Freitag begonnene Diskussion fort. Insbesondere drückten wir unseren Unmut
über den geplanten Bildungsabbau, die schikanösen Studienbedingungen und die schleichende Pri-
vatisierung der Universitäten aus. Wir baten Herrn Fischer, sich für diese studentischen Anliegen
einzusetzen. Herr Fischer indessen entgegnete auf praktisch alle Kritikpunkte und Argumente ledig-
lich, er könne bei den angesprochenen Problemen nichts unternehmen, da sie nicht in seine Zustän-
digkeit fielen. Gewiss ist Herr Fischer nicht in der Position, die Dinge einfach so zum Besseren zu
wenden. Wir meinen aber, sein Posten verleihe seinem Wort in bildungspolitischen Debatten ein
sehr grosses Gewicht. Wenn er sich beispielsweise prominent gegen den geplanten Bildungsabbau
äussern würde, bliebe eine Wirkung bestimmt nicht aus. Wenn er also jede Verantwortung von sich
weist, signalisiert er damit deutlich, dass er gar nicht bereit ist, uns bei unseren Anliegen in irgend-
einer Form zu unterstützen. Damit verpasst er die Chance, sich für eine Bewegung einzusetzen, die
sich dafür engagiert, dem gesellschaftlichen Auftrag an die Bildung Rechnung zu tragen und die
Hochschulbildung vor dem Zugriff von ökonomischen Partikularinteressen zu schützen. Selbstver-
ständlich hat Herr Fischer noch immer die Möglichkeit, diese Chance und damit seine bildungspoli-
tische Verantwortung wahrzunehmen. Wir schlagen daher vor, dass Herr Fischer gemeinsam mit
uns einen offenen Brief an den Kantonsrat unterzeichnet, in dem wir uns gegen das geplante Spar-
paket einsetzen. Zusätzlich wäre es möglich, dass Herr Fischer uns bei einem Gespräch mit den
Umsetzungsverantwortlichen für die Bolognareform in allen Fakultäten unterstützt. Bei denjenigen
Fragen, die klar nicht in der Kompetenz des Rektors sind, könnte er dank seiner einflussreichen Po-
sition bestimmt Gespräche mit den verantwortlichen Personen vermitteln, beispielsweise mit der
Bildungsdirektorin Regine Aeppli oder mit der Vorsteherin der kantonalen Finanzdirektion, Ursula
Gut.
Auf jeden Fall aber ist der Sache in keiner Weise gedient, wenn wir auf das rein logistische Angebot
des Rektors eingehen und den kleinen, barackenähnlichen Raum abseits allen politischen Gesche-
hens beziehen. Unser Problem ist nicht in erster Linie, dass wir nicht genügend Raum haben, um
über unsere Anliegen zu diskutieren. Unser Problem ist, dass wir die unabhängige und kritische
Lehre und Forschung in Gefahr sehen und eine immer weiter sich verschärfende Elitarisierung der
Hochschulen befürchten. Diese Probleme müssen dringend auf breiter akademischer und gesell-
schaftlicher Basis diskutiert werden. In dem kleinen Räumlein, das Herr Fischer uns anbietet, kön-
nen wir dazu nichts beitragen.
Selbstverständlich sind wir in einer längerfristigen Perspektive durchaus an einem Raum interes-
siert, der durchgängig für studentische Initiativen zur Verfügung steht. Ein solcher Raum müsste
aber für Plenumsdiskussionen geeignet sein und daher mehr Platz bieten als der vorgeschlagene
Raum. Wir geben zu bedenken, dass an unseren Plena bisweilen mehrere hundert Personen teilneh-
men. Wenn nun aber diese Kampagne allein auf der logistischen Ebene verhandelt wird, droht ihr
politischer Gehalt marginalisiert zu werden. Daher muss zuerst eine politische und inhaltliche Zu-
sammenarbeit im obigen Sinne diskutiert werden, bevor wir auf Raumangebote eingehen können.
Wir freuen uns auf eine fruchtbare Weiterführung der Diskussionen.
Freundliche Grüsse
Unsereuni
Medienmitteilung vom Montag, 23. November 2009
Diskussion mit dem Rektor: Wenig Gehör und ein mageres Angebot
Gestern Montag um 18:00 hat Rektor Fischer an unserem Plenum mit ca. 400 Personen teilgenommen. Wir führten unsere am Freitag begonnene Diskussion fort. Insbesondere drückten wir unseren Unmut über den geplanten Bildungsabbau, die schikanöse Bolognareform und die schleichende Privatisierung der Universität aus. Herr Fischer entgegnete auf praktisch alle Kritikpunkte und Argumente lediglich, er könne bei den angesprochenen Problemen nichts unternehmen, da sie nicht in seine Zuständigkeit fielen. Damit machte er zwei Dinge deutlich: Erstens ist Herr Fischer nicht in der Lage, unsere Vorwürfe inhaltlich zu entkräften. Zweitens zeigt er keinerlei Bereitschaft, uns bei unseren Anliegen in irgendeiner Form zu unterstützen. Das Gespräch über unsere politischen Inhalte entpuppte sich endgültig als Alibiübung, als Herr Fischer zum Schluss ein Statement abgab, in dem er seine Haltung zur Besetzung deutlich machte. Dieses Statement war schon vorab formuliert, es stand für Herrn Fischer also von Anfang an fest, wie er sich positioniert, egal, wie das Gespräch verlaufen würde. In seinem Statement drohte er mit einer Strafanzeige, falls wir die Aktion weiterführen werden und bot uns "auf Zeit" einen kleinen, baracken-ähnlichen Raum für unsere Aktivitäten an. Dieses Angebot trägt unseren Anliegen in keiner Weise Rechnung und stellt den Versuch dar, uns aus dem Rampenlicht zu verdrängen. Der Protest wird damit marginalisiert und zu einem lediglich logistischen Problem erklärt.
Offensichtlich beharrt Herr Fischer auf seiner Position und verpasst damit die Chance, eine Bewegung zu unterstützen, die sich dafür engagiert, dem gesellschaftlichen Auftrag an die Bildung Rechnung zu tragen und die Hochschulbildung vor dem Zugriff von Partikularinteressen zu schützen. Es ist überdeutlich, dass Herr Fischer unsere Anliegen überhaupt nicht ernst nimmt. Wahlweise antwortete er auf unsere Argumente mit Ausflüchten, Bagatellisierungen oder Behauptungen fern jeder Sachkenntnis. Auf unsere Aussage beispielsweise, das Reinigungspersonal arbeite an der Uni teilweise zu siebzehn Franken, antwortete er, auch das sei ein anständiger Lohn, und wir Studenten seien eingeladen, mitzuputzen. Derlei Aussagen sind an Zynismus kaum mehr zu überbieten.
Mit der Empfehlung, wir sollen uns doch im StuRa und anderen Studierendenvertretungen engagieren, versucht Herr Fischer, die Energie unserer Bewegung in der Illusion einer studentischen Mitbestimmung zu domestizieren. Solange diese Mitbestimmung aber nur dem Namen nach existiert und alle studentischen Institutionen rein dekorativen Charakter besitzen, stellt unsere jetzige Aktionsform für uns den einzigen gangbaren Weg dar.
Egal wie wir uns entscheiden: Grosse Demonstration am Freitag, 27. 11. 2009 um 17:00 in Zürich!
Gerne stehen wir für weitere Informationen zur Verfügung und laden Sie an unsere Uni ein:
Hauptgebäude der Universität Zürich, Raum KOH B10
http://www.unsereuni.ch/category/zurich/
Medientelefon: +41(0)79 907 51 14
Medienmitteilung 22. Nov. 2009
Medienmitteilung 22. Nov. 2009
Liebe Medienschaffende,
Am Montag 23. November 18:00 Uhr wird Andreas Fischer, Rektor der Universität Zürich, an unserer Plenumsdiskussion teilnehmen. Dies hat der Delegierte des Rektors am Samstag bestätigt. Rektor Fischer ist damit unserer Einladung von Freitag 20. November gefolgt. Wir laden Sie dazu ein, dieser Diskussion beizuwohnen. Unsere sonstigen Plena finden weiterhin unter uns statt.
Dank der Besetzung des Hörsaals KOH-B-10 am letzten Dienstag haben wir uns einen Raum geschaffen, in dem wir unsere Kritik konkretisieren und diskutieren können. Workshops, Vorlesungen (zum Beispiel von Prof. Dr. Alex Demirovic von der TU Berlin) und Deutschkurse für Sans-Papiers ermöglichen eine differenzierte Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Anliegen. Wir erproben dabei erfolgreich alternative Lehr- und Lernformen. Die spontane Solidaritätserklärung von Dozierenden zeigt, dass unsere Kritik und unsere Forderungen über die Studierendenschaft hinausgehen (http://www.unsereuni.ch/erklarung-der-lehrenden-und-forschenden/).
In den nächsten Tagen finden zudem verschiedene offene Diskussionsveranstaltungen im Hörsaal KOH-B-10 statt. Dies sind unter anderem:
Simon Critchley (Philosoph, New York): So 22.11.09, 18:00 Uhr Bildungspolitik und neue Widerstandsformen
Dani Bremer (Philosoph und Mittelschullehrer): Seminar Mo 23.11.09, 14:00 Uhr Bologna Reform
Ralf Binswanger (Psychoanalytiker): Mo 23.11.09, 20:00 Uhr Kapitalismus und Ökonomisierung der Bildung
Mit freundlichen Grüssen, Eure unsereuni
Pressemitteilung 21. November
Liebe Medienschaffende,
Am Montag 23. November 18:00 Uhr wird Andreas Fischer, Rektor der Universität Zürich, an unserer Plenumsdiskussion teilnehmen. Dies hat das Prorektorat soeben bestätigt. Er ist damit unserer Einladung von gestern gefolgt. Wir wollen in diesem Gespräch vermitteln, dass es uns nicht nur um Einzelforderungen innerhalb der Universität Zürich, sondern auch um eine Umgestaltung des Bildungssystems geht. Dank der Besetzung des Hörsaals KOH-B-10 am letzten Dienstag haben wir uns einen Raum geschaffen, in dem wir unsere Unmutsgefühle konkretisieren und diskutieren können. Workshops, Vorlesungen (zum Beispiel von Prof. Dr. Alex Demirovic von der TU Berlin) und Deutschkurse für Sans-Papiers ermöglichen eine differenzierte Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Anliegen. Wir erproben dabei erfolgreich alternative Lehr- und Lernformen.
Die spontane Solidaritätserklärung von Dozierenden zeigt, dass unsere Kritik und unsere Forderungen über die Studierendenschaft hinausgeht (http://www.unsereuni.ch/erklarung-der-lehrenden-und-forschenden/)
unsereuni
Pressemitteilung zum Rektorbesuch
20. November 2009
Liebe Medienschaffende,
Rektor Fischer fand sich heute um 18.15 Uhr in der Plenumssitzung des besetzten Hörsaals ein. Der Saal war mit gut 300 Personen gefüllt. Wir lasen ihm folgenden Text vor:
"Lieber Herr Fischer,
am letzten Dienstag beteiligten sich gegen 500 Studierende am Protesttag "education is not for sale!". Ausgehend von dieser internationalen Protestbewegung hat sich gezeigt, dass auch in Zürich ein Bedürfnis besteht, dem Unmut hinsichtlich der gegenwärtigen bildungspolitischen Entwicklung Luft zu verschaffen. Im Verlauf der Diskussion hat sich gezeigt, dass es nicht möglich ist an einem Abend die Problematik zu erfassen. Es ist Raum und Zeit nötig. So beschloss das Plenum sich spontan für die Besetzung des grössten Hörsaals der Universität Zürich. Ein zentraler offener Ort für die Reflektion über Bildung bestand bis dahin nicht. Viele machten die Faust im Sack und jede und jeder kämpfte als Einzelner mit den Problemen der aktuellen Bildungssituation. Mit der Besetzung wollen wir einen Raum öffnen, wo ein gemeinsamer Protest möglich wird. Hochschulangehörige aus verschiedensten Situationen fanden zusammen und brachten sich ein. Während sich für die StuRa-Wahlen nur sehr wenige interessieren, fand im Rahmen der Besetzung eine aktive Partizipation hunderter Hochschulangehöriger statt. Wir haben uns bisher in Diskussionen, mit diversen Vorträgen, und in Arbeitsgruppen mit verschiedenen Inputs auseinandergesetzt und einigten uns dabei auf folgende Punkte:
-Wir fordern mehr Geld für die Bildung! Die geplanten Einsparungen des Kantons müssen verhindert werden!
-Wir fordern, dass privatwirtschaftliche Interessen keine Macht in der Bildung und öffentlichen Forschung ausüben können!
-Wir fordern die Abschaffung der Anwesenheitspflicht!
-Wir fordern die Abschaffung prekärer Arbeitsverhältnisse an der Universität und überall!
-Wir solidarisieren uns mit allen von der Ökonomisierung und Sparmassnahmen betroffenen Angestellten, Lernenden und Lehrenden!
Diese Forderungen wurden vom Plenum (Entscheidungsinstanz) verabschiedet. Es sind jedoch noch viele Forderungen in Bearbeitung und werden zu gegebener Zeit veröffentlicht.
Wir freuen uns über einen Dialog bezüglich dieser Forderungen und laden Sie deshalb gerne ein, mit uns am Montag um 18 Uhr ein Gespräch zu führen.
Während der nächsten Woche wird weiter in den Arbeitsgruppen diskutiert. Während wir die Diskussionen in den Arbeitsgruppen weiterführen, steht schon folgendes Programm für nächste Woche:
Unter anderen:
Kurt Imhof (Prof. für Soziologe, Zürich)
Franz Schultheiss (Prof. für Soziologie, Universität St. Gallen)
Kurt Wyss (Soziologe, Zürich)
+++
Rektor Fischer wurde darauf das Wort übergeben.
Er freute sich über die Gelegenheit hier zu sprechen und auch darüber, endlich zu wissen was wir wollen.
Er merkte an, dass die studentische Mitarbeit seit 7 Jahren im Unibetrieb verankert sei.
Er nahm zu jedem einzelnen Punkt unserer Forderungen Stellung:
-Er teilt unsere Forderung nach mehr Geld, die Unileitung habe sich dafür eingesetzt. Seit dem Jahr 2000 stehen 25% mehr Unibudget zu Verfügung. "Wir setzen uns weiterhin mit voller Kraft dafür ein, dass die Bildung in diesem Kanton weiterhin vernünftig finanziert ist." Der Kanton sollte nur die Mittel ausgeben, die er hat. "Es kommen magerere Jahre. Der Kanton sollte nicht mehr Geld ausgeben, als er hat."
Er rief uns auf: "Besetzt das Rathaus, ich kann euch die Adresse geben!"
-"Mehr als 90% des Unibudgets sind öffentliche Gelder." "Es gibt einige Stiftungsprofessuren", "Die Privatwirtschaftlichen Interessen an der Uni sind auf jeden Fall kein Problem."
-Abschaffung der Präsenzpflicht: "Meine Damen und Herren, das ist eine Kleinigkeit.", "Ich kann mich als Rektor nicht in die einzelnen Fächer einmischen.", "Wenn das mein einziges Problem wäre, wäre ich ein glücklicher Mann"
-Prekäre Arbeitsverhältnisse: "Diese Forderung ist für mich irrelevant. Und wenn ich sie von irgendwem hören möchte, dann nicht von Studierenden.", "An der Uni sind ca. 7000 Personen zu fairen und nach kantonalen Richtlinien angestellt." "Ich habe keinen Einfluss auf die Verhältnisse in Bangladesch"
-"Diese Solidarisierung nehme ich zur Kenntnis, dazu habe ich nichts zu sagen."
Des Weiteren bekundete er Interesse an einem weiteren Treffen, auch in Diskussionsform: "Ich bin bereit, nochmal mit ihnen zu reden."
Zudem erklärte er: "Ich erwarte, dass der Lehrbetrieb in diesem Raum in kürzester Zeit wieder aufgenommen werden kann. Ich hoffe, ich habe mich einigermassen klar ausgedrückt."
+++
Zur Zeit referiert wie geplant Prof. Dr. Alex Demirovic in dem besetzten Hörsaal. Danach wird eine weitere Plenumssitzung stattfinden.
Soweit der Stand der Dinge.
Freundliche Grüsse
Unsere Uni
Die Besetzung an der Uni Zürich geht weiter: Kein Kahlschlag bei der Bildung!
Der grösste Hörsaal an der Uni Zürich bleibt besetzt. An der offenen, sehr gut besuchten Plenums-Versammlung fanden erste Forderungen einen Konsens. Zudem laden wir Rektor Fischer zum Gespräch ein.
Über 300 Studierende trafen sich gestern Abend im besetzten Hörsaal. Dabei wurde der Unmut der Studierenden über die Ökonomisierung der Bildung und Bologna-Prozess in Forderungen ausgedrückt:
- Mehr Geld für Bildung!
Unsere Gesellschaft baut auf unserer Bildung. Diese muss langfristig gesichert werden und darf nicht kurzsichtigen Sparmassnahmen zum Opfer fallen. Wir wehren uns gegen jegliche Abbau-Vorhaben und Studiengebühren-Erhöhungen.
- Keine Macht privatwirtschaftlichen Interessen in der Bildung und in der öffentlichen Forschung!
Bildung und Forschung muss den Bedürfnissen der Allgemeinheit dienen und darf nicht von den Interessen von Konzernen gesteuert werden.
- Präsenz statt Kontrolle!
Nur Interessierte sollen an Vorlesungen teilnehmen. Wir wollen selbst bestimmtes kritisches Studieren statt reflexionsloses Punkte-Sammeln.
- Solidarität mit allen von der Ökonomisierung und den Sparmassnahmen betroffenen Angestellten, Lernenden und Lehrenden!
Diese demokratisch beschlossenen Forderungen werden in den nächsten Tagen weiter offen diskutiert und ergänzt.
Um die Debatte weiter zu öffnen, laden wir Rektor Fischer an unsere Plenums-Versammlung ein – wie auch alle anderen Interessierten.
Gerne stehen wir für weitere Informationen zur Verfügung und laden Sie gerne an unsere Uni ein.
Hauptgebäude der Universität Zürich, Raum KOH B10
Der grösste Hörsaal der Universität Zürich ist besetzt!
Im Rahmen der internationalen Aktionswoche unter dem Motto "Our Education Is Not For Sale" (www.emancipating-education-for-all.org) hat heute Nachmittag im grössten Hörsaal der Universität Zürich eine Plenumsdiskussion stattgefunden. Unter unerwartet grossem Andrang wurde spontan im Plenum die Besetzung des Hörsaals beschlossen. Ziel dieser Besetzung ist die Schaffung eines Raumes für kritische und konstruktive Diskussionen über das gegenwärtige Bildungssystem und seine gesellschaftlichen Ursachen und Konsequenzen.
Wir sind eine breite und offene Bewegung von Studierenden verschiedenster Fächer, die alle mit der Situation und Entwicklung der Hochschulen in Zürich und des gesamten Bildungssystems unzufrieden sind.
Zusammen haben wir bisher folgende Punkte als gemeinsame Basis beschlossen:
- Wir sind gegen die Ökonomisierung der Bildung
- Wir sind gegen Sparmassnahmen in der Bildung
- Wir solidarisieren uns mit allen Betroffenen
- Wir akzeptieren die Ergebnisse von Bologna in dieser Form nicht
Präzisierungen und weitere Forderungen werden ab jetzt in offenen Arbeitsgruppen ausgearbeitet. Die Besetzung des Hörsaals ist kein Endpunkt, steht nicht am Ende einer Entwicklung. Sie soll der Anfang sein für eine studentische Bewegung, die ihre Verantwortung und Mitbestimmung an den Hochschulen zurückfordert.
Die gegenwärtigen Proteste rund um die Welt zeigen, dass die Unzufriedenheit unter Studierenden gross ist. Viele Studierende setzen sich zur Wehr gegen eine zunehmende Privatisierung des Universitätsbetriebes, gegen eine verstärkte Verschulung des Lehrplans und gegen den Einfluss von VertreterInnen der Privatwirtschaft auf die Ausrichtung der Universitäten.
Wir laden alle Interessierten dazu ein, an der Besetzung und dem Programm teilzunehmen und sich selbst einzubringen, denn Bildungspolitik ist immer auch Gesellschaftspolitik!
Weitere Communiqués werden folgen.
Our Education Is Not For Sale – Auch UNSERE UNI nicht!

