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Pressemitteilung 21. November

Eingereicht am 21. Nov 2009 - 12:49 Uhr

Liebe Medienschaffende,

Am Montag 23. November 18:00 Uhr wird Andreas Fischer, Rektor der Universität Zürich, an unserer Plenumsdiskussion teilnehmen. Dies hat das Prorektorat soeben bestätigt. Er ist damit unserer Einladung von gestern gefolgt. Wir wollen in diesem Gespräch vermitteln, dass es uns nicht nur um Einzelforderungen innerhalb der Universität Zürich, sondern auch um eine Umgestaltung des Bildungssystems geht. Dank der Besetzung des Hörsaals KOH-B-10 am letzten Dienstag haben wir uns einen Raum geschaffen, in dem wir unsere Unmutsgefühle konkretisieren und diskutieren können. Workshops, Vorlesungen (zum Beispiel von Prof. Dr. Alex Demirovic von der TU Berlin) und Deutschkurse für Sans-Papiers ermöglichen eine differenzierte Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Anliegen. Wir erproben dabei erfolgreich alternative Lehr- und Lernformen.

Die spontane Solidaritätserklärung von Dozierenden zeigt, dass unsere Kritik und unsere Forderungen über die Studierendenschaft hinausgeht (http://www.unsereuni.ch/erklarung-der-lehrenden-und-forschenden/)

unsereuni


Pressemitteilung zum Rektorbesuch

Eingereicht am 20. Nov 2009 - 12:51 Uhr

20. November 2009

Liebe Medienschaffende,

Rektor Fischer fand sich heute um 18.15 Uhr in der Plenumssitzung des besetzten Hörsaals ein. Der Saal war mit gut 300 Personen gefüllt. Wir lasen ihm folgenden Text vor:

"Lieber Herr Fischer,

am letzten Dienstag beteiligten sich gegen 500 Studierende am Protesttag "education is not for sale!". Ausgehend von dieser internationalen Protestbewegung hat sich gezeigt, dass auch in Zürich ein Bedürfnis besteht, dem Unmut hinsichtlich der gegenwärtigen bildungspolitischen Entwicklung Luft zu verschaffen. Im Verlauf der Diskussion hat sich gezeigt, dass es nicht möglich ist an einem Abend die Problematik zu erfassen. Es ist Raum und Zeit nötig. So beschloss das Plenum sich spontan für die Besetzung des grössten Hörsaals der Universität Zürich. Ein zentraler offener Ort für die Reflektion über Bildung bestand bis dahin nicht. Viele machten die Faust im Sack und jede und jeder kämpfte als Einzelner mit den Problemen der aktuellen Bildungssituation. Mit der Besetzung wollen wir einen Raum öffnen, wo ein gemeinsamer Protest möglich wird. Hochschulangehörige aus verschiedensten Situationen fanden zusammen und brachten sich ein. Während sich für die StuRa-Wahlen nur sehr wenige interessieren, fand im Rahmen der Besetzung eine aktive Partizipation hunderter Hochschulangehöriger statt. Wir haben uns bisher in Diskussionen, mit diversen Vorträgen, und in Arbeitsgruppen mit verschiedenen Inputs auseinandergesetzt und einigten uns dabei auf folgende Punkte:

-Wir fordern mehr Geld für die Bildung! Die geplanten Einsparungen des Kantons müssen verhindert werden!

-Wir fordern, dass privatwirtschaftliche Interessen keine Macht in der Bildung und öffentlichen Forschung ausüben können!

-Wir fordern die Abschaffung der Anwesenheitspflicht!

-Wir fordern die Abschaffung prekärer Arbeitsverhältnisse an der Universität und überall!

-Wir solidarisieren uns mit allen von der Ökonomisierung und Sparmassnahmen betroffenen Angestellten, Lernenden und Lehrenden!

Diese Forderungen wurden vom Plenum (Entscheidungsinstanz) verabschiedet. Es sind jedoch noch viele Forderungen in Bearbeitung und werden zu gegebener Zeit veröffentlicht.
Wir freuen uns über einen Dialog bezüglich dieser Forderungen und laden Sie deshalb gerne ein, mit uns am Montag um 18 Uhr ein Gespräch zu führen.
Während der nächsten Woche wird weiter in den Arbeitsgruppen diskutiert. Während wir die Diskussionen in den Arbeitsgruppen weiterführen, steht schon folgendes Programm für nächste Woche:
Unter anderen:
Kurt Imhof (Prof. für Soziologe, Zürich)
Franz Schultheiss (Prof. für Soziologie, Universität St. Gallen)
Kurt Wyss (Soziologe, Zürich)

+++

Rektor Fischer wurde darauf das Wort übergeben.

Er freute sich über die Gelegenheit hier zu sprechen und auch darüber, endlich zu wissen was wir wollen.

Er merkte an, dass die studentische Mitarbeit seit 7 Jahren im Unibetrieb verankert sei.

Er nahm zu jedem einzelnen Punkt unserer Forderungen Stellung:

-Er teilt unsere Forderung nach mehr Geld, die Unileitung habe sich dafür eingesetzt. Seit dem Jahr 2000 stehen 25% mehr Unibudget zu Verfügung. "Wir setzen uns weiterhin mit voller Kraft dafür ein, dass die Bildung in diesem Kanton weiterhin vernünftig finanziert ist." Der Kanton sollte nur die Mittel ausgeben, die er hat. "Es kommen magerere Jahre. Der Kanton sollte nicht mehr Geld ausgeben, als er hat."
Er rief uns auf: "Besetzt das Rathaus, ich kann euch die Adresse geben!"

-"Mehr als 90% des Unibudgets sind öffentliche Gelder." "Es gibt einige Stiftungsprofessuren", "Die Privatwirtschaftlichen Interessen an der Uni sind auf jeden Fall kein Problem."

-Abschaffung der Präsenzpflicht: "Meine Damen und Herren, das ist eine Kleinigkeit.", "Ich kann mich als Rektor nicht in die einzelnen Fächer einmischen.", "Wenn das mein einziges Problem wäre, wäre ich ein glücklicher Mann"

-Prekäre Arbeitsverhältnisse: "Diese Forderung ist für mich irrelevant. Und wenn ich sie von irgendwem hören möchte, dann nicht von Studierenden.", "An der Uni sind ca. 7000 Personen zu fairen und nach kantonalen Richtlinien angestellt." "Ich habe keinen Einfluss auf die Verhältnisse in Bangladesch"

-"Diese Solidarisierung nehme ich zur Kenntnis, dazu habe ich nichts zu sagen."

Des Weiteren bekundete er Interesse an einem weiteren Treffen, auch in Diskussionsform: "Ich bin bereit, nochmal mit ihnen zu reden."

Zudem erklärte er: "Ich erwarte, dass der Lehrbetrieb in diesem Raum in kürzester Zeit wieder aufgenommen werden kann. Ich hoffe, ich habe mich einigermassen klar ausgedrückt."

+++

Zur Zeit referiert wie geplant Prof. Dr. Alex Demirovic in dem besetzten Hörsaal. Danach wird eine weitere Plenumssitzung stattfinden.

Soweit der Stand der Dinge.

Freundliche Grüsse

Unsere Uni


Die Besetzung an der Uni Zürich geht weiter: Kein Kahlschlag bei der Bildung!

Eingereicht am 18. Nov 2009 - 12:52 Uhr

Der grösste Hörsaal an der Uni Zürich bleibt besetzt. An der offenen, sehr gut besuchten Plenums-Versammlung fanden erste Forderungen einen Konsens. Zudem laden wir Rektor Fischer zum Gespräch ein.

Über 300 Studierende trafen sich gestern Abend im besetzten Hörsaal. Dabei wurde der Unmut der Studierenden über die Ökonomisierung der Bildung und Bologna-Prozess in Forderungen ausgedrückt:

Mehr Geld für Bildung!

Unsere Gesellschaft baut auf unserer Bildung. Diese muss langfristig gesichert werden und darf nicht kurzsichtigen Sparmassnahmen zum Opfer fallen. Wir wehren uns gegen jegliche Abbau-Vorhaben und Studiengebühren-Erhöhungen.

Keine Macht privatwirtschaftlichen Interessen in der Bildung und in der öffentlichen Forschung!

Bildung und Forschung muss den Bedürfnissen der Allgemeinheit dienen und darf nicht von den Interessen von Konzernen gesteuert werden.

Präsenz statt Kontrolle!

Nur Interessierte sollen an Vorlesungen teilnehmen. Wir wollen selbst bestimmtes kritisches Studieren statt reflexionsloses Punkte-Sammeln.

Solidarität mit allen von der Ökonomisierung und den Sparmassnahmen betroffenen Angestellten, Lernenden und Lehrenden!

Diese demokratisch beschlossenen Forderungen werden in den nächsten Tagen weiter offen diskutiert und ergänzt.

Um die Debatte weiter zu öffnen, laden wir Rektor Fischer an unsere Plenums-Versammlung  ein – wie auch alle anderen Interessierten.

 

Gerne stehen wir für weitere Informationen zur Verfügung und laden Sie gerne an unsere Uni ein.

Hauptgebäude der Universität Zürich, Raum KOH B10

zuerich@unsereuni.ch

http://www.unsereuni.ch/category/zurich/


Der grösste Hörsaal der Universität Zürich ist besetzt!

Eingereicht am 17. Nov 2009 - 12:53 Uhr

Im Rahmen der internationalen Aktionswoche unter dem Motto "Our Education Is Not For Sale" (www.emancipating-education-for-all.org) hat heute Nachmittag im grössten Hörsaal der Universität Zürich eine Plenumsdiskussion stattgefunden. Unter unerwartet grossem Andrang wurde spontan im Plenum die Besetzung des Hörsaals beschlossen. Ziel dieser Besetzung ist die Schaffung eines Raumes für kritische und konstruktive Diskussionen über das gegenwärtige Bildungssystem und seine gesellschaftlichen Ursachen und Konsequenzen.

Wir sind eine breite und offene Bewegung von Studierenden verschiedenster Fächer, die alle mit der Situation und Entwicklung der Hochschulen in Zürich und des gesamten Bildungssystems unzufrieden sind.

Zusammen haben wir bisher folgende Punkte als gemeinsame Basis beschlossen:

  • Wir sind gegen die Ökonomisierung der Bildung
  • Wir sind gegen Sparmassnahmen in der Bildung
  • Wir solidarisieren uns mit allen Betroffenen
  • Wir akzeptieren die Ergebnisse von Bologna in dieser Form nicht

Präzisierungen und weitere Forderungen werden ab jetzt in offenen Arbeitsgruppen ausgearbeitet. Die Besetzung des Hörsaals ist kein Endpunkt, steht nicht am Ende einer Entwicklung. Sie soll der Anfang sein für eine studentische Bewegung, die ihre Verantwortung und Mitbestimmung an den Hochschulen zurückfordert.

Die gegenwärtigen Proteste rund um die Welt zeigen, dass die Unzufriedenheit unter Studierenden gross ist. Viele Studierende setzen sich zur Wehr gegen eine zunehmende Privatisierung des Universitätsbetriebes, gegen eine verstärkte Verschulung des Lehrplans und gegen den Einfluss von VertreterInnen der Privatwirtschaft auf die Ausrichtung der Universitäten.

Wir laden alle Interessierten dazu ein, an der Besetzung und dem Programm teilzunehmen und sich selbst einzubringen, denn Bildungspolitik ist immer auch Gesellschaftspolitik!
Weitere Communiqués werden folgen.

Our Education Is Not For Sale – Auch UNSERE UNI nicht!

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